Vor dem Kauf eines Elektroautos oder der Planung der Ladeinfrastruktur stößt man schnell auf zwei Begriffe: AC und DC. Obwohl beide Abkürzungen das Auffüllen von Energie im Akku bedeuten, unterscheidet sich die Technologie dahinter grundlegend. Das Verständnis dieser Unterschiede ist entscheidend, um nicht für Ausrüstung zu viel zu bezahlen, die unsere Erwartungen nicht erfüllt, oder die Büroarbeit durch zu langsames Laden zu blockieren.
Wodurch genau unterscheidet sich Wechselstrom von Gleichstrom und welche Lösung bewährt sich zu Hause, im Unternehmen und auf einer langen Fahrt?
AC vs. DC: Wo liegt der Hauptunterschied?
Einfach ausgedrückt liegt der Unterschied darin, wo die Umwandlung des Stroms stattfindet – von Wechselstrom (aus dem Netz fließend) zu Gleichstrom (den die Autobatterie benötigt).
- AC-Laden (Wechselstrom, z. B. Heim-Wallboxen): Strom aus dem Netz gelangt zum On-Board-Lader im Auto, und dieser wandelt ihn in Gleichstrom um, mit dem der Akku geladen wird. Da die Leistung des fahrzeuginternen Laders begrenzt ist (meist auf 11 kW oder 22 kW), dauert dieser Vorgang länger.
- DC-Laden (Gleichstrom, sogenannte “Schnellladesäulen”): Die Stromumwandlung findet im Inneren der Ladesäule selbst statt, die ein mächtiges Gerät von der Größe eines Schrankss ist. Die Station sendet Gleichstrom direkt an die Autobatterie und umgeht dabei die Einschränkungen des Autos. Dadurch kann die Leistung von 50 kW bis zu 300 kW und mehr betragen.
Was für das Zuhause und die Wohnungsbaugesellschaft wählen?
Unter häuslichen Bedingungen und im Mehrfamilienhaus sind AC-Stationen (Wallboxen) mit einer Leistung von 11 kW unschlagbar.
Warum? Hausinstallationen erlauben selten mehr ohne kostspielige Anschlussänderungen. Außerdem steht das Auto die ganze Nacht geparkt (oft 8–10 Stunden), was bei 11 kW völlig ausreicht, um fast jede Batterie von Null auf hundert Prozent vollzuladen.
- Kosten und Anforderungen: Der Kauf einer guten Wallbox ist eine Ausgabe von mehreren tausend PLN. Sie erfordert einen dreiphasigen Anschluss, entsprechende Absicherungen sowie im Falle von Wohngemeinschaften ein intelligentes Lastmanagement (Dynamic Load Balancing), damit das Laden des Autos nicht den Strom im gesamten Wohnstrang abschaltet.
Was für ein Unternehmen wählen?
Die Wahl für Unternehmen hängt vom Aktivitätsprofil der Flotte und davon ab, wer die Ladegeräte nutzen wird:
- Mitarbeiterparkplatz (AC): Wenn Mitarbeiter ihre Autos während der Arbeit 8 Stunden lang stehen lassen, reichen intelligente AC-Wallboxen (11 kW / 22 kW) völlig aus. Sie sind in der Anschaffung günstiger, belasten das Netz weniger und ermöglichen ein entspanntes Nachladen tagsüber.
- Lieferwagen im Dauereinsatz / Kundenbesuche (DC): Wenn ein Unternehmen Kurierfahrer oder Handelsvertreter hat, deren Autos nach einer Stunde Stopp wieder auf die Straße müssen, oder wenn es Gästen schnelles Laden anbieten möchte, ist eine kleinere DC-Station (z. B. mit 30–50 kW Leistung) unerlässlich. Man muss jedoch mit viel höheren Gerätekosten und der Anforderung eines starken Stromanschlusses rechnen.
Was für unterwegs wählen?
Bei Fernreisen ist Zeit entscheidend. Niemand möchte 6 Stunden lang an einem Hotel oder einer Tankstelle stehen.
Entlang der Straße bestehen Lade-Hubs fast ausschließlich aus leistungsstarken DC-Ladegeräten. Sie ermöglichen es, das Auto in 20–40 Minuten von 10% auf 80% aufzuladen (je nachdem, welche maximale Leistung das jeweilige Automodell aufnimmt). Dies ist der ideale Moment für einen Kaffee und um sich die Beine zu vertreten.
Zusammenfassung
Zusammenfassend hängt die Wahl zwischen AC- und DC-Technologie vor allem von der verfügbaren Zeit und den infrastrukturellen Möglichkeiten ab.
AC-Stationen (Wallboxen) mit 11 kW Leistung sind ein wirtschaftliches Fundament für das Zuhause, die Wohnungsbaugesellschaft und Unternehmen, in denen Autos viele Stunden lang geparkt stehen. Sie arbeiten langsamer, weil sie den On-Board-Lader des Autos nutzen, sind aber günstiger in der Anschaffung und sicher für das Heimnetz.
Im Gegenzug sind DC-Stationen leistungsstarke Geräte, die für schnelles Reisen und intensive gewerbliche Flotten geschaffen wurden. Indem sie die Einschränkungen des Autos umgehen und Gleichstrom direkt an die Batterie übertragen, ermöglichen sie das Auffüllen der Energie in ein Dutzend oder mehreren Dutzend Minuten, erfordern jedoch starke Anschlüsse und ein deutlich höheres Investitionsbudget.
