Die Entwicklung der Elektromobilität sorgt dafür, dass eine Ladestation für das Unternehmen oder ein E-Auto-Lader in der Firma kein Luxus mehr sind, sondern zum Standard werden. Ähnlich sieht die Situation im Mehrfamilienhausbau aus, wo ein E-Auto-Lader in einer Wohnungseigentümergemeinschaft auf großes Interesse bei Verwaltern stößt. Geschäftsinhaber und Wohnungseigentümergemeinschaften suchen zunehmend nach Antworten auf die Frage: Wie geht man das Thema Laden von Elektroautos an, ohne beim Strom bankrott zu gehen, die Sicherheit der Installation zu gewährleisten und dabei noch Geld zu verdienen?
Die Implementierung der Infrastruktur ist ein großartiger Schritt, erfordert jedoch einen guten Plan. Der Schlüssel zum Erfolg ist nicht nur das Aufstellen einer Ladesäule, sondern das System, das sie verwaltet.
Sicherheit und Leistung: Das Fundament jeder Installation
Bevor wir an das Geldverdienen denken, müssen wir uns um den technischen Hintergrund kümmern. Das gleichzeitige Anschließen mehrerer Elektroautos stellt eine enorme Belastung für das Stromnetz dar.
- Leistungsmanagement (Dynamic Load Balancing): Das System muss sicherstellen, dass die Ladestationen für Elektroautos den Hausanschluss nicht überlasten. Wenn im Unternehmen alle Geräte laufen oder die Bewohner Waschmaschinen und Backöfen einschalten, reduziert die Wallbox automatisch die Ladeleistung der Autos. Erst nachts oder bei geringerer Last ziehen die Autos den maximalen Strom.
- Installationsschutz: Die Montage einer Station erfordert professionellen Schutz vor elektrischem Schlag und Überspannung. Die Sicherheit des Gebäudes und der geparkten Autos hat absolute Priorität.
Wie rechnet man Strom sicher ab? Die Rolle des OCPP-Protokolls und von Apps
Der häufigste Fehler in Wohnungseigentümergemeinschaften oder Unternehmen ist der Anschluss einer öffentlich zugänglichen Steckdose auf Pauschalbasis oder eine Abrechnung per Handschlag. Dies führt schnell zu Konflikten – denn warum sollten alle Bewohner für den Strom des Nachbarn bezahlen?
Die Lösung sind intelligente Ladestationen mit dem OCPP-Protokoll. Dank ihm kommuniziert das Ladegerät mit der Cloud und dem Abrechnungssystem.
- Für Unternehmen: Mitarbeiter können sich mit RFID-Karten oder einer App anmelden. Das System erfasst den verbrauchten Strom präzise, sodass das Unternehmen die Kosten im Rahmen der Flotte abrechnen oder den entsprechenden Betrag vom Gehalt abziehen kann.
- Für die Wohnungseigentümergemeinschaft: Ein Bewohner besitzt eine eigene Karte oder App. Er fährt an die Ladesäule in der Wohnsiedlung, lädt sein Auto, und das System stellt ihm jeden Monat eine individuelle Rechnung für die tatsächlich verbrauchten Kilowattstunden aus.
Wie macht man die Ladestation zu einer Einnahmequelle?
Öffentlich zugängliche Ladegeräte auf Firmengeländen (z. B. nach den Arbeitszeiten aktiv) oder Ladesäulen an Wohngebäuden können einen realen Gewinn generieren.
Die Betreiber von Abrechnungssystemen ermöglichen es, einen eigenen Preistarif für externe Gäste festzulegen. Wenn Sie einen Tarif festlegen, der höher ist als die Kosten für den Strombezug, wird die Differenz zur Marge. Für viele Unternehmen ist dies eine interessante Monetarisierung leerer Stellplätze bei Nacht, und für Wohnungseigentümergemeinschaften – ein zusätzlicher Instandhaltungsfonds.
Zusammenfassung
Die Bereitstellung einer Ladestation muss kein logistischer Albtraum sein. Der Schlüssel liegt darin, auf einfache Steckdosen zugunsten intelligenter Geräte auf Basis des OCPP-Protokolls zu verzichten. Dadurch erhalten Sie die volle Kontrolle über die Kosten und die Sicherheit des Stromnetzes.
